Manche Geschichten werden so nebenbei geschrieben und haben doch große Wirkung. Genauso ist es bei Leon gewesen. Schon in der frühen Jugend schreibt er Kurzgeschichten. Warum habe ich bisher von dem Autor noch nichts gehört. Ihr auch nicht? Das möchte ich heute ändern und stelle Euch Leon Syllidis einmal vor. Nein, stop, heute ist es anders. Heute lass ich den Autor von Trotzkern sich selber mal vorstellen! Lieber Leon, erzähl uns bitte mit eigenen Worten ein wenig über Dich und Deine Novelle "Trotzkern".
Hallo, ich bin Leon und ich bin 21 Jahre alt. Geschichten denke ich mir aus, seitdem ich überhaupt denken kann. Mit 12 oder 13 Jahren habe ich angefangen, mich der „klassischen“ Kurzgeschichtenform zuzuwenden. Seitdem wollte ich meine Fähigkeiten vor allem so ausbauen, dass mein Schreib- und Erzählstil auch längere Texte trägt. Die Novelle kannte ich natürlich bereits aus dem Unterricht und recht schnell schrieb ich während Busfahrten zur Schule immer wieder an meiner eigenen. Rund um die Abitur- und erste Studienzeit wurden die Texte schließlich noch einmal länger. Allerdings vermisste ich irgendwann die Möglichkeit, hier und da kleinere Ideen ganz ungezwungen und mit klar begrenztem Zeitrahmen in Textform zu gießen. Daher wandte ich mich vom Gedanken ab, dass Romane die einzig erstrebenswerte Form für meine Ideen seien. Mittlerweile schiebe ich so gerne das ein oder andere kürzere Werk zwischen lange Schreibzyklen.
Und was für ein Genre bediene ich? Ich lege mich nicht auf ein Genre fest. Es gibt natürlich Genres, die mich mehr interessieren. Grundsätzlich beziehe ich jedoch einen großen Teil meiner Inspiration aus meinem Studium (und dem kleinen Bücherstand einer älteren Dame vor dem Universitätsschloss!). Deutsch, Geschichte und die Bildungswissenschaften vereinen als Studienfächer eine ganze Bandbreite an Themen und Stoffen, die mal an philosophische, mal an psychologische und mal schlichtweg an menschliche Grenzen stoßen. Und sie bringen mit sich, dass ich mich in meinen Bereichen gut auskenne. Das wiederum führt dazu, dass ich zwar Raum für Fiktionalität lasse, wenn ich eine historische Novelle oder einen historischen Roman schreibe. Generell folge ich allerdings dem Ideal, historisch akkurat zu schreiben. Dieser Aspekt ist mir umso wichtiger, weil ich mich bereits mit dem didaktischen Wert eines historischen Romans beschäftigt habe und Verfechter seines Einsatzes im Unterricht bin. Liebe*r Leser*in, du siehst bereits: Ich bin ein Fan der Literatur auf vielen Ebenen. :)
An „Trotzkern“ kann man meinen Schreibprozess gut verfolgen: Hier habe ich nach einem Gerüst geschrieben, also vorher einen Schreibplan festgelegt (ich wechsle zwischen diesem Ansatz und dem des völlig offenen Schreibens). Zur Zeit der Entstehung dieses Schreibplans war ich mit meinem Freund in Wien und wir hatten kurz zuvor das „Phantom der Oper“ geschaut.
(Kurzer Zwischenruf: Wien -- da fahre ich im Juni hin. Ich bin in der Versuchung, in dem Musical zu gehen. Vor x gefühlten Jahren habe ich das in Hamburg gesehen und bin so begeistert von Phantom der Oper)
Es inspirierte mich ungemein. Während der Vorstellung strömten die Ideen nur so durch mich. Ich griff dabei den Kern des Musicals, die mysteriöse, bedrohlich-historische Atmosphäre heraus. Ein paar Wochen zuvor hatte ich bereits die Eingebung gehabt, mal die Aura einer isolierten Insel in einer historischen Epoche ohne schnelle Kommunikationsmittel in einem Text aufzugreifen. Allerdings hatte mir zu diesem Zeitpunkt noch der Stoff für diesen Schauplatz gefehlt. Den hatte ich jetzt und daher schrieb ich den Plan und die ersten 1.000 Wörter direkt nach der Rückkehr ins Hotel. Auf der zehnstündigen Rückfahrt aus Wien mit der Bahn (die DB verlängerte die Fahrt zuverlässig um ca. eine Stunde) folgte bereits der Rest des Werks. Dabei hörte ich die Musik des Phantoms auf Dauerschleife. Nur das Vorwort habe ich erst kurz vor dem Druck hinzugefügt. An diesem Punkt stand er: Der Trotzkern, eine Erzählung über einen jungen Offiziersanwärter, der auf einer abgelegenen Insel 1675 gegen die Flut der Geschichte ankämpft. Ich hoffe, ihr habt viel Spaß mit dem Buch. Zusätzlich möchte ich mich für die Möglichkeit der Vorstellung von mir und der Novelle herzlich bei Anja bedanken.
Eine interessante Vorstellung. Danke, lieber Leon für den Einblick in Dein Autorenleben.
Aber nun kurz zu dem Buch. Worum geht es darin?
„Trotzkern“: Johannes Kern ist ein junger Unteroffizier auf einem Eiland. Eigentlich ist das Leben hier schon früh in vorhersehbare Bahnen gelenkt: Johannes wird eines Tages Kommandant Brotmehl in seiner Stellung als Befehlshaber über drei weitere Soldaten und die Festung beerben. Bis dahin werden einige Versorgungsschiffe ankommen, die Mutter einige Fische fangen, der Pfarrjunge zum Pfarrer werden und die frommen Bewohner*innen in seine Gottesdienste gehen. Doch ausgerechnet am Abend der Hochzeit von Kommandant Brotmehl wird etwas von offener Seeseite her am Horizon gesichtet.Erscheinen tut dieses am 27.2.2026 bei BoD für 4,99 in gedruckter Version. Aber auch als eBook wird es diese Novelle für 2,99 geben.
Meine Rezension davon findet Ihr hier. Vielleicht gbt es noch ein kleines Interview mit Leon Syllidis :). Obwohl er ja schon viel von sich verraten hat, sind da noch ein paar Fragen offen :-)
Bisher ist noch ein weiteres Buch von Leon Syllidis erschienen: 
Gedichte I. Life is a Story - story.one
60 Seiten
ISBN-13: 9783711805522
Verlag: story.one publishing
Erscheinungsdatum: 13.09.2025
Sprache: Deutsch

