In letzter Zeit habe ich mehr Zeit im Garten verbracht als mit einem Buch. Oder auch anstatt zu bloggen.
Nicht, weil mir das Lesen verleidet wäre — sondern weil etwas anderes plötzlich lauter geworden ist: das Wachsen, das Tun, das Draußensein. Ich habe da die Spruchschilder aufgehangen, dort die Verschönerung für die Hollywoodschaukel, weil das Dach fehlt. Die Wasserspiele sind wieder da. Und trotzdem - im Garten passiert nichts sofort. Man pflanzt, gießt, wartet. Und manchmal passiert… erstmal gar nichts. Genau das ist vielleicht der Punkt, der mich gerade so daran erinnert, warum ich Lesen eigentlich mag.
Ein gutes Buch funktioniert ähnlich. Es entfaltet sich nicht in Sekunden. Es braucht Zeit, Aufmerksamkeit, manchmal auch Geduld. Und wie im Garten gibt es Phasen, in denen man das Gefühl hat, es tut sich wenig — bis plötzlich alles gleichzeitig da ist.
Ich merke, dass sich dadurch auch mein Lesen verändert. Nicht weniger, aber anders. Weniger „ich muss jetzt fertig werden“, mehr „ich lasse es wirken“. Vielleicht ist das der gleiche Rhythmus, den ich gerade draußen gefunden habe. Gerade jetzt im Frühling oder Sommer. Außerdem kann ich oft nur da sitzen und der Natur lauschen.

Und wenn ich lese, dann oft hier: im Orientpavillon im Garten, auf den Korbstühlen.
Vielleicht ist das gerade mein Lesen: nicht an einen festen Platz gebunden, sondern verteilt zwischen Licht, Schatten und Gartenmomenten.
Und vielleicht ist das auch okay so: dass sich Dinge verschieben. Dass Lesen nicht immer im Mittelpunkt steht, sondern sich manchmal nur dazwischen mischt — zwischen Erde, Luft und leisen Gedanken.
Vielleicht wächst gerade nicht nur im Garten etwas. Sondern auch im Kopf. Und vielleicht entstehen da sogar ein oaar Ideen für interessante Posts.
Ein gutes Buch ist ein Garten, den man im Kopf trägt.“




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