Kolumne
[Kolumne] Zwischen Klickzahlen und der Sehnsucht nach Feedback
Jeder Blogger kennt und liebt sie: die Kommentare. Sei es, dass man selbst voller Begeisterung ein paar Zeilen unter dem Post eines Kollegen hinterlässt, oder dass man sich über Feedback unter dem eigenen Beitrag freut. Sie sind das Salz in der Suppe des Bloggerlebens.
Aber wie ist das eigentlich mit diesen Kommentaren? Wenn es gut läuft, entsteht ein toller Austausch. Man bekommt liebe Worte oder hinterlässt selbst ein Lob, weil einen ein Text berührt oder inspiriert hat. Doch was passiert, wenn die Kommentarspalte gähnend leer bleibt? Dann geht das Gedankenkarussell im Kopf sofort los. Man starrt auf den Bildschirm und fragt sich: War der Post zu langweilig? Habe ich das Thema verfehlt? Dass der Beitrag gelesen wurde, sieht man ja glücklicherweise an den Klicks. Aber warum schweigen alle? Man fängt automatisch an, an den eigenen Fähigkeiten zu zweifeln und sich zu fragen, ob die eigenen Gedanken überhaupt jemanden interessieren.
Eigentlich fühlt es sich manchmal wie eine Jagd nach Bestätigung an. Mir geht es jedenfalls so: Wenn die Klickzahlen da sind sind, aber darunter nur gähnende Leere herrscht, wirft das Fragen auf.
Ich selbst versuche deshalb, wann immer es geht, ein Lebenszeichen zu hinterlassen. Selbst wenn die Zeit knapp ist, reicht oft ein kurzer Gruß wie: „Spannender Ansatz, danke für den Text!“ Nur wenn mir ein Beitrag überhaupt nicht zusagt oder mich völlig kaltlässt, schreibe ich lieber gar nichts – denn erzwungenes Lob hilft ja auch niemandem weiter.
Was ich im Umkehrschluss aber absolut frustrierend finde: Wenn man sich selbst die Mühe macht, einen Text aufmerksam liest, einen lieben Kommentar formuliert und dann tagelang in ein schwarzes Loch blickt. Keine Reaktion, kein Like, nichts. Man fragt sich unwillkürlich: Hat der Verfasser meine Worte überhaupt wahrgenommen? Ist ihm die Meinung seiner Leser völlig egal? Zumindest ein kurzes, ehrliches „Danke“ für die investierte Lebenszeit des Lesers sollte doch eigentlich zum guten Ton gehören.
mit lieben Grüßen
Anja

