Jede Woche stellt mamenus auf ihren Blog einen neuen Lückentext vor – mal witzig, mal spannend. Alles was man dafür tun muss, ist nur die freien Stellen mit deinen eigenen Ideen füllen und schon entsteht deine ganz persönliche Kurzgeschichte.
So funktioniert’s: Lies den Lückentext der Woche. Fülle die Lücken spontan oder überlegt – alles ist erlaubt. Teile deine Version.
Hier kommt meine Geschichte:
Zwischen Flucht und Erkenntnis
Ich stand im weiten Rapsfeld und spürte, wie mein Herz
schneller schlug als sonst.
Meine Füße waren noch staubig von der Barfußwanderung, die ich vor wenigen Minuten am Feld entlanggelaufen war.
Eigentlich wollte ich nur in die Natur, ein
klares Entspannen von der anstrengenden Arbeit im Einzelhandel vor Augen,
doch alles kam anders.
Das Naturbaden von dem, was ich geplant
hatte, trat ein, und ich fand mich plötzlich in einem seltsamen leichten Gefühlswelt wieder.
Es fühlte sich fast wie eine Urlaubsauszeit
an, obwohl ich gar nicht wusste, wovor ich eigentlich davonlief.
Seit Tagen in der Obstabteilung
mit Erdbeeren für nur 0,99 Cent hatte ich solche Momente nicht mehr
erlebt, und doch fühlte sich alles vertraut an.
In den letzten Minuten hier im Rapsfeld hatte
sich etwas in mir verändert, auch wenn ich es nicht sofort benennen konnte.
Vielleicht lag es an der Situation, nicht abschalten
zu können, die ich früher am Abend besucht hatte.
Dort, auf dem Rapsfeld in der Nähe des alten Gebäudes, wo
man die Ernte lagerte, hatte alles begonnen.
Ein kurzer Blick, ein Innehalten, und tief einatmen
und es war nichts mehr wie zuvor.
Ich dachte, ich hätte das mit dem Stress und der
nörgelnden Kundschaft im Griff, doch die Situation entglitt mir
schneller, als ich reagieren konnte.
Mit jedem Atemzug und innehalten wurde mir
klarer, dass ich mich nicht länger die Kundschaft
ertragen konnte.
Die Erkenntnis traf mich schließlich wie ein
Blitz, als ich am nächsten Morgen wieder im Laden
stand.
Manchmal führt uns genau das, wovor wir fliehen, direkt zu dem Ort, an dem wir
sein müssen. Denn schließlich muss man ja Geld
verdienen. Aber ein Rapsfeld hilft immer zur Entspannung.
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