Bislang ging es hier ja nur um Hühner in der Doofnasen
family. Daher ist es an der Zeit weitere wichtige Lebewesen in den Vordergrund
zu rücken. Einer der hier schon länger lebt als die Hühner ist „Hund“.
Mit dem Hund habe ich mir persönlich einen großen Traum
erfüllt. Ich fand die Rasse Berner Sennenhund schon immer toll. Als der
legendäre Dackel das Zeitliche segnen musste, hatten wir beschlossen erst
einmal circa ein Jahr keinen weiteren Hund anzuschaffen, da die Zeit mit alten
Hunden einfach sehr lang war. Über lange Zeit hatten wir hier ein
Hundealtersheim. Der Dackel wurde 18! Und war jahrelang inkontinent. Das
bedeutete tägliche Waschmaschinen Ladungen mit Hundekörbchen Wäsche und
ständige Sorge um die Gesundheit der `edlen Wurst auf vier Beinen´.
„Spinnst Du? Duuu willst ein Jahr ohne Hund sein?? Warst Du
schon jemals ohne? Das hätte ich Dir gleich sagen können, dass das eine
utopische Idee ist!“ Freunde kennen einen eben manchmal besser als man sich
selbst.
Dackel war also keine 4 Wochen in den ewigen
Dackeljagdgründen, da ertappte ich mich selber dabei, wie ich im Internet
gelangweilt gaaanz zufällig auf Hundeseiten rutschte. 2 Stunden später hatte
ich entsprechende Züchterseiten ausfindig gemacht. Am nächsten Tag stand der Kontakt.
Nun hieß es Geduld zu haben, denn die Hündin bei dem Züchter war noch nicht
einmal schwanger!
Ich erinnere mich an einen Tag in dem hundelosen Jahr, an
dem „Modell Ehegatte“ vorschlug, einen Spaziergang zu machen. Alle guckten ihn
entgeistert an, als hätte er vorgeschlagen eine Reise zum Mond antreten zu
wollen.
Tochter1: „Was sollen wir denn rumlaufen ohne Hund?“
Tochter2: „Und wohin sollen wir laufen?“
Sohn1: „Ich hab kein Bock! Voll öde!“
Ich: „Rentnerlebenschnupperausflug? Hmm…“
Sohn2 war damals noch zu klein für eine eigene Meinung. Also
wurden alle mehr oder weniger gegen ihren Willen ins Auto verfrachtet und wir
fuhren in die Heide. Wir dackelten (ja, ein Leben mit Dackel hinterlässt
Spuren!) also ziellos und recht lustlos durch die Heide und sprachen kaum ein
Wort. Ich ertappte mich dabei, wie ich mich des Öfteren umguckte, um auf den
Hund zu warten, der ja gar nicht mehr da war. Das blieb der einzige Spaziergang
ohne Hund in diesem Jahr.
Ein halbes Jahr später öffnete ich mein email Postfach und
entdeckte eine email der Züchterin: „Die Hündin ist jetzt schwanger!“ Im Anhang
ein Ultraschallfoto. Ich sehe lauter Grautöne und diverse, kleine dunklere
Grautonkreise. Darauf Hundewelpen intrauterin zu sehen entsprach in etwa dem
Versuch, auf einer Zeichnung eines mäßig talentierten 3-jährigen ein Haus neben
einem Baum zu erkennen. Ich freute mich dermaßen, als sei ich selber schwanger
geworden! Nun hieß es abwarten. Geplanter Geburtstermin sollte um den
Jahreswechsel sein. Am Neujahrsmittag kam dann der Anruf!
Züchterin: „Herzlichen Glückwunsch, es sind 7 Hundebabys
geworden!“
Ich: „Äh, also danke, aber ich muss Ihnen ja eigentlich
gratulieren! Ist ja bislang Ihr Verdienst, beziehungsweise der Ihrer Hündin?“
Züchterin: „ Das Stimmt schon, aber wären es weniger Welpen,
hätte es sein können, dass nicht alle Interessenten einen abbekommen.“
Ich war heilfroh, in den Kreis der Erlauchten zu gehören und
fieberte dem Termin der ersten Besichtigung 4 Wochen später entgegen. Da hatten
die Welpen ihre erste Impfung und damit Immunisierung bekommen.
Wir machten uns in halber Familienbesetzung auf den Weg zum
ersten Besuch. Die Züchterfamilie machte einen sehr netten Eindruck und wir
wurden ins Wurfzimmer geführt. Ja, die hatten sowas Feudales wie ein extra Wurfzimmer.
Und da waren sie, die kleinen schwarzen Fell-Häuflein! Ich hatte schon fast
vergessen wie gut Welpen riechen können. Ein ganz ureigener Hunde-Baby-Duft.
Nach einer halben Stunde hatte sich einer der Welpen für uns entschieden. Ich
lasse stets die Hunde entscheiden, ob sie bei mir bleiben möchten. Dieser eine
Welpe hockte ununterbrochen auf meinem Schoß und zerkaute mir die Finger. Bis
die Mama reinkam. Das Auftauchen der Mutter war gleichzusetzen mit ESSEN. Da
war ich schlagartig Luft.
Der Abholtermin rückte näher. Wir nahmen aus Ermangelung
eines geeigneten Transportbehältnisses eine Metro-Transportkiste mit, mit
kuscheligen Decken und Kissen, in der Hundebaby auf der Fahrt sitzen sollte.
Hundebaby saß die gesamte Rückfahrt auf dem Schoß von Tochter1! Es kommt immer
anders als man denkt. Baby halt!
to be continued.....
Einen schönen Tag allerseits!