Kolumne
„Mal eben nebenbei einen Buchblog führen.“
Diesen Satz höre ich öfter. Meistens begleitet von der Frage: Du hast einen Buchblog? Warum eigentlich?
Warum?
Das frage ich mich manchmal selbst. Vor allem dann, wenn ich wieder einmal
erstaunt auf die Uhr blicke und feststelle, dass aus „nur kurz etwas für den
Blog machen“ mehrere Stunden geworden sind. Die ehrliche Antwort ist trotzdem
einfach: weil es mir Spaß macht. Und dieser Spaß ist über die Jahre nicht
weniger, sondern mehr geworden.
Inzwischen läuft vieles in meinem Blog fast schon nach einem
kleinen, festen Programm. Es gibt eine überschaubare, aber sehr qualitativen
Leserschaft. Doch darum geht es heute nicht.
Die eigentliche Frage lautet: Wie
zeitaufwendig ist ein Buchblog wirklich?
Ist das ein lockeres Nebenbei-Hobby – oder doch mehr?
Ein Buchblog, der nicht beliebig sein möchte, der nicht nach 08/15 aussieht, braucht Zeit. Mehr, als man vermutet.
Denn Bloggen bedeutet nicht nur lesen und anschließend ein
paar Sätze tippen. Es bedeutet nachdenken. Recherchieren. Schreiben. Verwerfen.
Neu ansetzen.
Gedanken kreisen um Rezensionen, um Blogbeiträge, um Fragen an Autoren, um neue
Ideen, die sich ungefragt im Kopf einnisten.
Wie schreibt man eine Rezension, die neugierig macht?
Eine, die nicht zu viel verrät und trotzdem Lust auf das Buch weckt? Oft steckt
dahinter Recherche: zum Autor, zum Schauplatz, zur Frage, wie viel Wahrheit
zwischen den Buchseiten verborgen ist.
Und dann wären da noch die Buchcover. Natürlich könnte man sie einfach herunterladen und einfügen. Aber genau da beginnt es für mich uninteressant zu werden. Ein Buch möchte gesehen werden. Das Cover muss wirken, es soll auffallen und nicht wie in einen Onlineladen einfach nur da sein. Also überlegt man sich, was genau auf dem Bild sein sollte. Passend zum Cover. ist es ein Thriller, vielleicht ein Messer oder eine Pistole. Ein Roman über das alte Land in Hamburg vielleicht ein paar Kirschblüten. Das sind die Geanken, die ich mir mache bei einem Foto vom Cover.
Auch ein Text selbst entsteht nicht „mal eben“. Er wird
gelesen, überarbeitet, erneut gelesen. Ist er stimmig? Verständlich? Fühlt er
sich gut an?
Manchmal setze ich mich morgens an den Laptop mit dem Gedanken: Ach, schnell
noch etwas fürs kleine Bücherzimmer. Und plötzlich sind zwei oder drei
Stunden vergangen.
Beiträge wollen geplant werden. Themen aufeinander abgestimmt. Nichts soll sich überschneiden, alles seinen Platz finden.
Und dann sind da die Kommentare. Die vielen lieben Kommentare. Jeder einzelne freut mich – und jeder einzelne bekommt eine Antwort. Für mich gehört das dazu. Austausch ist das Herz eines Blogs.
Bloggen heißt außerdem: bei anderen Blogs vorbeischauen, lesen, kommentieren, vernetzen. Nicht aus Pflichtgefühl, sondern weil genau daraus Gemeinschaft entsteht.
All das geschieht im Hintergrund. Unsichtbar für viele
Leser.
Und genau deshalb ist Bloggen zeitaufwendig. Ja, manchmal sogar anstrengend.
Vor allem dann, wenn ich mir selbst Druck mache. Besonders im Sommer, wenn mein
Leben mehr draußen als am Bildschirm stattfindet. Ein paar Tage ohne neuen
Beitrag – und schon meldet sich das schlechte Gewissen.
Mein Fazit?
Bloggen ist nichts, was man „mal eben nebenbei“ macht. Mein Blog begleitet mich
gedanklich oft durch den Tag. Ideen sprudeln, Notizen entstehen – aber die
Umsetzung braucht Zeit. Und manchmal auch eine Portion Geduld mit mir selbst.
Trotzdem möchte ich dieses Hobby nicht missen. Auch wenn es
zeitaufwendig und gelegentlich anstrengend ist.
Oder anders gesagt:
Buchbloggen macht man nicht mal ebenso nebenbei. Ganz und garnicht.
mit lieben Grüßen
Anja
Toller Beitrag! Ich habe aber noch eine Frage: Was ist deine Intention? Also, warum bloggst du? Ich für meinen Teil werde dir jetzt folgen. :)
AntwortenLöschenHallo Thorti,
Löschenerst einmal danke für das Folgen. Ich blogge, weil ich Spaß an Büchern habe, an den Austausch und einfach lese ich gerne und wollte das mit der Welt teilen :-)