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Ich lese gerade

Theo von Barbara Minerai

21.04.19

Doofnasen family - Liebesrausch



Manchmal kommt es erstens anders und zweitens als man denkt. Eigentlich finde ich ja klassische große Haushühner toll und habe ja auch genau deswegen solche angeschafft. Zwerghühner sind eher nicht so meine Leidenschaft. Nun bin ich ja leider ein Oberweichei, wenn es um Mitleid geht und der schlechteste Nein-Sager unterm Mond, deswegen hat es der federfüßige Zwerghahn Obi in unseren Garten geschafft, den ich von meinem Bekannten Uwe geschenkt bekam. Das eigentliche Schicksal wäre ansonsten der Hackklotz gewesen und das konnte ich nun absolut nicht zulassen. Ist ja nix dran für einen Braten an so einem Zwerg. Obi ist mit den „Groß“-Doofnasen ein kleiner Mitläufer, chancenlos bei den Ladys zu landen, weil er schließlich ein kleiner Furzi ist. Und seine Liebe Ingrid ist mehr so eine Zweckgemeinschaft, sie legt seit einem Jahr nach wie vor keine Eier und beinahe blind ist sie auch. Und was man von der Sinnhaftigkeit des Deckaktes der beiden halten mag, ist jedem selbst überlassen. Hat eher was von einem unbeholfenem Bocksprung von Dick und Doof.

Ich hocke an einem sonnigen Abend nach der Arbeit wieder ein wenig bei Uwe auf seiner Hühnerbank herum auf einen Klönschnack. Plötzlich steht er auf und meint: „Nimm ma eine ordentliche Frau für Obi mit! Ich hab hier eine, die ist erst vom September, aber hat viel zu viele „weiße Perlen“. (Anm. für Nicht-Hühner-Profis: seine federfüssigen Zwerghühner sind vom Farbschlag porzellanfarbig und „Perlen“ sind weiße Federspitzen, die sich über das gesamte Huhn verteilen) Für die Zucht nich so erwünscht.“ Die Hennen der federfüssigen Zwerghühner sind noch kleiner als die Hähne und ich sehe mich im Geiste schon auf den Knien am Zaun in meinem Garten herumrutschen, um jedes der Flüchtlingstiefbaulöcher der Doofnasen mit Beton zu versiegeln. „Ähh, ne lass ma, ich will doch noch den Brüter anschmeißen und hab doch nicht soviel Platz und….“ In der Dämmerung fahre ich mit dem legendären Baumarktkarton aka Hahn Obis damaliges Transportbehältnis und einer äußerst zickigen Federfußdame namens „Schneewittchen“ nach Hause.

Schneewittchen: „Kwäääääääk, Kreiiiiiisch, fass mich nicht an!!!!“
Ich: „Himmel! Halt den Sabbel, Du weckst ja die ganzen Doofnasen auf!“
Elfriede, völlig verpennt: „Was machst Du denn hier für einen Lärm, Chrissi?“
Emma: „Is mitten in der Nacht!“
Schneewittchen kreischt: „Freeeechheit, Kwääääääk, ekelhaft, ich hasse es, wenn man mich anfasst, ich kenne Dich ja gar nicht und überhaupt, ist das dunkel hier….!“
Ich: „Sorry Leute, ich bin das ja gar nicht. Ihr bekommt Gesellschaft!“
Mathilda gähnt: „Wä? Wozu?“
Ich: „Naja gut, Ihr eher nicht, eher ein neues Frauchen für Obi!“
Schneewittchen: „Kreiiiiisch, kwääääk, kräääääääk……“
Obi mit geschlossenen Augen: „War was?“

Irgendwann finde ich im Dunklen die Stange neben Obi und setze den Schreihals einfach mit Nachdruck drauf. Glücklicherweise hört sie daraufhin auf mit dem Gekreische. Ich bin mindestens genauso platt wie die Doofnasen, schließe nur noch die Tür und gehe selber ins Bett.

Am nächsten Morgen gehe ich raus zu den Doofnasen. Alle sind draußen und mosern herum, warum das Frühstück noch nicht an Ort und Stelle steht. Alles also wie immer. Die Einzige, die ich nicht sehe, ist Schneewittchen. Sie hockt noch im Stall und wundert sich. Ich öffne die Tür und erkläre ihr, dass ich da gleich rein muss, um sauber zu machen. Kaum sieht sie mich, geht das Gekreische wieder los. Neben mir lungert Obi noch sehr verschlafen herum, ohne rechte Meinung und starrt ins Leere. Aber kaum hört er das Gekreische der holden Maid, scheint ein Schalter um zuklappen, er richtet sich auf, guckt hektisch suchend in der Gegend herum und versucht, diese verlockenden Töne zu orten. Er stratzt schnurstracks Richtung Hühnerklappe und hopst in den Stall. Und da erblickt er sie! Die kreischende Schönheit löst in ihm eine spontane Testosteronausschüttung aus. Sämtliche Synapsen tanzen Tango und seine Augen wirbeln wie kleine Kreisel. Seine Schwanzfedern stehen senkrecht und vibrieren, er fängt an zu sabbern und springt mit einem galanten Satz zu dem Schreihals auf die Stange.

Obi: „Ooooohh, uuuuhhhhh, wen haben wir denn hier? Herzlich willkommen Du Hübsche!“
Schneewittchen kreischt: „Ääääh, lass mich! Geh weg, ich kenn Dich nicht!“
Obi: „Ach komm, Du willst es doch auch, ich kann es spüüüren! Ich bin der Geilste hier!“
Schneewittchen: „Hiiilfe, lass mich, geh weg, obwohl, schicke Schwanzfedern…nein, kreisch, kwääääk….“

Bei Obi schwappt der Liebesrausch bereits zur Oberkante bis in die Augen, er fackelt nicht lange und zwingt die kleine Perle noch im Stall zu ihrem Glück! Unter lautem Gekreische versucht sie sich gegen die Romanzen zu wehren. Romanzen ist noch harmlos ausgedrückt, Vergewaltigung passt eher. Panisch findet sie die Hühnertür und flieht nach draußen. Die Doofnasen und ich stehen vor dem Stall und zusammen brillieren wir im Synchron-Bauklötze-Staunen. Bis Schneewittchen den Ausgang aus der Voliere findet. Das scheint die Initialzündung zu sein und die Doofnasen rennen wie auf ein unsichtbares Kommando los. Die arme Miniaturausgabe eines Huhns flitzt von einer Seite zur anderen und wird neugierig beäugt und verfolgt. Elfriede pickt einmal drauf, verliert aber recht schnell das Interesse. Eine Doofnase nach der anderen pickt einmal drauf und wendet sich dann ab. Hat Schneewittchen etwa einen bitteren Geschmack auf den Federn? Zickig und selbstbewusst genug ist sie jedenfalls, um sich zu behaupten.

Nach 3 Minuten ist das Spektakel auch wieder vorbei. Lediglich der liebestolle Obi weicht ihr keine Sekunde von der Seite.

Elfriede: „Was sollen wir denn mit der?“
Ich: „Nix!
Ingrid: „Die ist voll langweilig und kreischt ja nur rum!“
Ich: „Hast recht!“
Mathilda: „Guck Dir den bekloppten Gockel an! Dem schwirrt heute Abend der Bürzel, wenn der heute den ganzen Tag so weiter macht…“
Charly: „Aber echt! Lächerlich! Hahaha!“
Mathilda: „Ok, was ist jetzt mit dem Frühstück?“

Ich verbringe den restlichen Tag am Fenster und lache mir einen über das verliebte Gezappel draußen im Hühnergarten. Nachmittags gehe ich mal kurz raus und fülle Futter auf. Im Carport hinter einem Brett sehe ich eine Art Kieselstein und frage mich, was zum Teufel die Kinder da schon wieder hingeworfen haben. Bei näherem Betrachten stelle ich fest, dass Schneewittchen dort ein Ei hingelegt hat. Abends hocke ich wieder mal bei Uwe auf der Hühnerbank und erzähle ihm von dem ereignisreichen Hühnertag.
Uwe: „Sach ma, hast Du noch Platz in Deinem Brüter?“
Ich misstrauisch: „Ja?“ Eigentlich meine ich „Nein!“.
Uwe: „Nimm noch ma zwei Eier mit, dann kannste die da noch mit reinpacken und das ausm Carport!“

Fazit: Obi genießt die Zeit seines Lebens! Endlich was Passendes in seiner Größe! Ein besseres Hühner-TV-Wochenendprogramm am eigenen Fenster zum Becher Café kann man sich kaum wünschen. Obwohl….ist das überhaupt jugendfrei, grins?

PS1: Völlig ungeplant liegen zusätzlich drei kleinen Minieier im Brüter. Warum kann ich eigentlich nie nein sagen?

PS2: Schneewittchen, Ingrid und Obi sind inzwischen eine kleine enge Liebesbande! Flotter Doofnasen-Dreier!

PS3: Wenn das eine Carport-Ei was wird, wird das „Baby“ von Obi und Schneewittchen natürlich behalten! Obwohl ich ja eigentlich nicht auf Zwerghühner stehe. Eigentlich. Aber es kommt immer anders und zweitens als man denkt….

Eine verliebte Woche allerseits️!




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