§ 2 Nr. 5 TMG

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Ameli ~ Als hätte mich der Himmel vergessen

12.04.20

Doofnasen-family ~ Der Super Gau!


Es gibt Ereignisse, die könnten schlimmer nicht sein. Zum Beispiel Motorschaden, wenn man aufs Auto angewiesen ist. Oder defekte Waschmaschine, wenn gerade riesen Wäscheberge und obendrauf noch gebrauchte Fußball Klamotten gewaschen werden müssen (uhhh, mief!). Oder ein geschrottetes Handy. Wenn man 14 Jahre alt ist. DAS ist nebenbei erwähnt der größte Super Gau überhaupt.

Mittagszeit. Ich wurschtel in der Küche herum, um rechtzeitig gleichzeitig 6 leckere (ICH muss lecker!) Essen auf den Tisch zu bekommen, als Hund urplötzlich aus seinem Dauer-Deko-Schlaf erwacht und zweimal ein tiefes Bellen von sich gibt. Er ist der Meinung, er müsste den Tür Gong selbst noch zusätzlich akustisch untermalen, könnte ja sein, dass wir alle taub sind. Tür wird geöffnet, auf die Bühne rauscht theatralisch hektisch Tochter2 mit hochrotem Kopf.

„Mamaaaa Du glaubst gar nicht was passiert ist mein Handy ist einfach von gaaaanz allein aus der Tasche gefallen und ist jetzt aus wir müssen gleichsofortunbedingtzumReparaturladenfahren…!!“

Atmen.

Sie greift zum Haustelefon und ruft ihre Freundin an. Eigentlich voll old school für die Generation, denke ich so bei mir. Ich setze mich unterdessen an den Tisch und fange an zu essen. Währenddessen beobachte ich ihr Handy, was gelegentlich ein Summen von sich gibt und kurzes Aufblinken erkennen lässt, mehr nicht. Mir kommen Bilder von finalen Zuckungen von Schlachttieren in den Sinn. Kurz empfinde ich Mitleid für das geschundene Handy meiner Tochter, denn es sah schon vorher ziemlich zerrupft…äh…angeschlagen aus. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Tochter2: „Hiiiilfe Annaaa, Du musst unbedingt alle Fotos saven, die von neulich, als wir Fotosession am Gebüsch gemacht haben. Und kannst Du auch mein Insta-account solange verwalten, sonst verliere ich alle meine followääärs. Ach, und noch meine Flammen bei snapchat (oder war´s ein anderes Medium? Wat weiß ich, so schnell kann ich gar nicht zu hören, hatte ja den Mund voll!), die gehen sonst aus, das geht gaaaaa nich...“

Nach 30 Minuten, die restliche Familie ist längst fertig mit Nachtisch, jault sie immer noch am Telefon herum. Ich tippe sie an, jetzt endlich mal aufzulegen. Der Aufforderung kommt sie immerhin nach. Um gleich mich weiter voll zu jaulen.

„Mama, können wir bittebittebitte jetzt zum Reparaturladen fahren?“
Ich: „Glaubst Du im Ernst, dass die Schrottmühle noch repariert werden kann? Das lohnt sich doch gar nicht mehr?“
Tochter2: „Das MUUSSS!! Was soll ich denn sonst machen? Oder ich nehme das alte Eierphone von Tochter1?“
Ich: „Was vorher meins war…“
Tochter2: „Bitteeee Mama!“
Tochter1: „Ich muss erstmal gucken, wo das überhaupt ist…“
Ich: „Ich glaube nicht, dass das so ohne weiteres funktioniert. Die hat doch ein ganz anderes System als bei dem alten Eierphone?“
Tochter1, ganz fachmännisch: „Stimmt, ihre Daten kann se dann knicken…“

Tochter2 wird total hibbelig und bekommt feuchte Augen. Mir schwant langsam, dass Tochter2 gerade eventuell massive Entzugserscheinungen hat. Irgendwo habe ich einen Bericht gelesen über die Gefahren zu intensiver Handynutzung bei Jugendlichen. Es können Erscheinungen wie bei einem Café- oder Alkoholentzug auftreten. Abgesehen von den körperlichen Erkrankungen durch übermäßige Handynutzung können auch psychische Störungen auftreten.

„Sag mal, heulst Du jetzt etwa wegen dem Handy??“
Tochter2, heult: „Mamaaa, dann nehme ich eben mein gesamtes Geld und dann leihe ich mir noch welches von Dir und zahl das auch ab und können wir bittebittebitte jetzt ins MediaMarktParadies fahren und ein neues Handy holen?“

Wir finden heraus, dass das alte Eierphone noch in einem sensationellen Zustand ist. Allerdings hat Tochter1 das Passwort zum Entsperren des Gerätes vergessen. Somit wertlos, wie uns hinterher erklärt wird. Mit einem verheulten Häuflein Elend (Tochter2) betreten wir das MedienParadies und werden von einem extrem netten Psychologen…äh…Berater über die ärgerliche Tatsache aufgeklärt, dass wir wohl oder übel eine neues (oder eben woanders ein gebrauchtes) Handy erwerben müssten, da der Vertrag noch kein neues Gerät zulasse. Nach langem, lautstarkem Diskutieren – geblendet von den vielen funkelnden Geräten bekommt Tochter2 plötzlich einen Höhenflug und möchte nun unbedingt ein Eierphone – haben wir dann eine gute Zwischenlösung für ihre akute Notlage gefunden, die sie sich direkt noch leisten kann. Merkwürdigerweise werden wir von anderen Kunden schon mitleidig angeguckt. Ich gucke auf die Uhr und stelle fest, dass wir den „MediaParadies Psychologen“ unfassbare 1 1/2 Stunden gequält haben. Ich hoffe nicht, dass er uns noch eine extra Teenager-Notfall-Beratungs-Rechnung hinterhersendet. Oder selbst behandlungsbedürftig wird.

Ich drehe mich um und sehe zwei Gänge weiter die Computerabteilung. Während der „MedienParadiesPsychologe“ noch äußerst weise, finale Verhaltensweisen in Hinblick auf das nigelnagelneue Handy an meine Tochter ablässt, schleiche ich um die Laptops (oder wie man ja heute ganz cool sagt: ultrabooks) herum. Ich bräuchte eigentlich dringend einen neuen Rechner, um meine Doofnasen Geschichten entspannter schreiben zu können. Das alte Viech (mein aktueller Rechner, knapp 10 Jahre alt!!) ist so schwer, dass er perfekt auch zum Hanteltraining benutzt werden kann (nur mit zwei Händen zu stemmen) und er hat einen Ventilator, trotzdem heizt das Ding auf den Beinen dermaßen auf, dass man hinterher knusprig, gebratene Hähnchenschenkel hat. Und ich habe schon immer gerne auf der Couch gehockt und geschrieben. Ein freundlicher Berater kommt herbei und ich erkläre ihm, dass ich psychisch heute kurz vor der Einweisung in die Geschlossene bin als Teenagermutter und eigentlich kein Geld habe, aber trotzdem jetzt dringend einen Rechner mit word brauche!

„Jupp, hier, der hat das office pack, ist schön leicht und klein, grillt Ihnen nicht die Oberschenkel und hat sogar eine 4 Jahresgarantie inklusive!“
Ich: „Prima, nehm ich!“

Eine Minute später tauchen mein neuer Rechner und ich wieder bei meiner Tochter und ihrem „Psychologen“ auf. Meine Tochter guckt mich entgeistert an.

„Tja, siehste, ich kann mich schneller entscheiden als Du, Ätsch!“

Zu Hause hockt jede von uns an ihrer neuen Errungenschaft und flucht ab und an mal vor sich hin, denn die Installationen sind eben nicht schnell in einer Minute erledigt. Genervt gucke ich auf mein Handy, um so einen doofen Aktivierungscode einer sms in das neue Schätzchen einzugeben und knalle es unsanft auf den Tisch zurück. Und da – zack – Display gesprengt!!

Fazit: Eigentlich hätte ich besser in die Cafémaschinen Abteilung gehen sollen, um mir einen leckeren Café von den „MediaParadies Psychologen“ kredenzen zu lassen, zur Nervenberuhigung. Aber ein vernünftiger Rechner ist auch nicht zu verachten. Bringt schon Spaß den Text viel entspannter hier einzutippen, grins! Kann ja auch hier auf meiner Couch viel netter Café trinken.

PS1: Inzwischen ist Ruhe eingekehrt in die hormongeschwängerte Teenie Seele. Ohne Handy geht leider auch nicht, man ist in der Generation in der Klasse augenblicklich Außenseiter und schnell das Opfer. Eigentlich echt traurig….

PS2: Ich hoffe, die MediaParadies Psychologen leben noch…

PS3: Morgen bekomme ich mein Neues Handy, knurr!

Einen medienfreien entspannten Tag wünsche ich Euch!



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